Methodik

Diese Methodik-Seite erklärt, wie Selfspecs dein Ergebnis misst, wie es mit einer veröffentlichten Stichprobe verglichen wird, wie Fragebögen ausgewertet werden und wo die Grenzen liegen.

Wie die Zeit gemessen wird

Ein Test im Browser ist nur so genau wie der Browser. Jeder Tastendruck bekommt die Zeit, die der Browser im Moment deines Drucks notiert hat, nicht die Zeit, zu der die Seite ihn gelesen hat. Das Signal bekommt die Zeit, zu der es auf dem Bildschirm gezeichnet wurde, nicht die, zu der die Seite es angefordert hat. Zwischen den beiden Zeitpunkten liegt deine Reaktion.

Ein Bildschirm zeigt nur eine bestimmte Anzahl neuer Bilder pro Sekunde. Darum kann ein Signal etwas später erscheinen als geplant. Hängt die Seite, während ein Signal zu sehen ist, zählt dieser Versuch nicht, und du machst ihn noch einmal.

Was ein Browser nicht sehen kann

Ein Browser weiß nicht, wie lange dein Bildschirm zum Aufleuchten braucht, wie lange ein Touchscreen braucht, um deinen Finger zu bemerken, oder wie lange Maus und Tastatur brauchen, um einen Druck zu melden. Zusammen ergibt das eine Verzögerung, die wir nicht sehen können und die bei jedem Gerät anders ist.

Roboter-Tests mit Alltagscomputern und Handys haben sie gemessen[1][2]. Für die Reaktionstests rechnen wir ein, was sie zusätzlich zur Ausrüstung der Studie fanden: 44,1 ms bis 115,1 ms mit Tastatur oder Maus und 39,8 ms bis 52 ms mit Touchscreen oder Stift. Keine Studie hat eine Maus gemessen, darum bekommt eine Maus die Zahlen der Tastatur. Darum zeigen wir einen Bereich, auf der schnelleren Seite der Zeit, die du siehst, statt einer falschen, genauen Zahl. Darum ist ein Ergebnis vom Handy auch etwas anderes als eines vom Computer. Willst du am fairsten sehen, wie du dich verändert hast, nimm jedes Mal dasselbe Gerät.

Versuche, Üben und was nicht zählt

  • Der erste Versuch eines Tests mit Zeitmessung ist zum Üben da und zählt nicht.
  • Ein Druck vor dem Signal oder so kurz danach, dass es geraten gewesen sein muss, zählt nicht, und du wiederholst den Versuch.
  • Ein Versuch, der viel zu lange dauert, wird als zu langsam angezeigt und bleibt aus deinem Ergebnis draußen.
  • Wechselst du während eines Versuchs zu einem anderen Tab oder einer anderen App, zählt dieser Versuch nicht.
  • Ein Durchgang, der aussieht, als hätte ihn eine Maschine gemacht, zum Beispiel Klicks in genau gleichen Abständen oder schneller, als eine Hand kann, bleibt erhalten, wird aber mit niemandem verglichen.

Dein Ergebnis ist meistens der mittlere Wert deiner gezählten Versuche. So entscheidet nicht ein einzelner Glücks- oder Pechversuch.

Wie ein Ergebnis verglichen wird

Wir vergleichen dich nur mit einer genannten Stichprobe: einer veröffentlichten Studie mit ihren Autoren, ihrem Jahr, der Zahl der Teilnehmenden und der Frage, wer das war. Was wir sagen dürfen, hängt davon ab, wie gut die Stichprobe ist. Ist eine Studie gut genug, sagen wir ungefähr, wie viele der Menschen darin du geschlagen hast, als Bereich, wegen der unsichtbaren Verzögerung. Gibt sie nur grobe Stufen an, zeigen wir eine Stufe. Gibt sie nur einen veröffentlichten Bereich an, markieren wir den Bereich.

Manche Zahlen sind keine Studien: eine Zahl, die eine Website über ihre eigenen Besucher veröffentlicht, oder ein Bereich, den Spieler für das Klicken nennen. Wir nennen sie berichtete Zahlen und Bereiche aus der Community, zeichnen sie anders und nennen sie nie eine Norm. Gibt es gar keine Stichprobe, zeigen wir nur deine eigenen früheren Ergebnisse.

Die Stichproben, die wir nutzen

Das sind die geprüften Stichproben in unserem Verzeichnis. Ein Test wird nur mit einer Stichprobe verglichen, die zu dem passt, was er misst, zur Sprache und zur Art von Gerät, mit der gemessen wurde.

Studien, die ein Vergleich nutzen kann
StudieWas gemessen wurdeMenschen darin
Woods und andere[3]Reaktionszeit von Erwachsenen1.469
Dhakal und andere[4]Tippgeschwindigkeit auf Tastaturen168.960
Palin und andere[5]Tippgeschwindigkeit auf Handys37.370
Brysbaert[6]Lesegeschwindigkeit18.573
Gosling und andere[7]Ein Persönlichkeitsfragebogen mit zehn Aussagen1.813
Miller[8]Wie viel wir im Kurzzeitgedächtnis halten könnenNicht als Zahl veröffentlicht
Soukoreff und MacKenzie[9]Tempo beim Zeigen auf ZieleNicht als Zahl veröffentlicht

Wie Fragebögen ausgewertet werden

Jeder Fragebogen wird so ausgewertet, wie seine Autoren es beschreiben. Deine Antworten werden für jede Eigenschaft addiert oder gemittelt. Manche Aussagen zählen rückwärts, weil sie das Gegenteil der Eigenschaft sagen. Und die Regeln des Fragebogens entscheiden, was passiert, wenn du eine Frage überspringst. Ein Ergebnis gibt es nur, wenn genug Fragen beantwortet sind.

Auf der Seite jedes Fragebogens stehen seine Aussagen, sein Auswertungsschlüssel, seine Lizenz und seine Quelle. Gibt es für deine Sprache keine veröffentlichte Vergleichsgruppe, zeigt das Ergebnis, wo du zwischen den beiden Enden jeder Eigenschaft liegst, und sagt, dass es dich nicht mit anderen Menschen vergleicht.

Sprachen, Übersetzungen und was ungeprüft ist

Selfspecs wird zuerst auf Englisch geschrieben. Die Seiten in anderen Sprachen sind Übersetzungen von Selfspecs und wurden noch nicht von Muttersprachlern geprüft. Bei jedem Fragebogen steht auf seiner Seite, ob die Aussagen der Originalwortlaut sind, eine Übersetzung von Selfspecs oder eine Übersetzung, die ein Muttersprachler geprüft hat.

Eine Zahl, die wir nicht an ihrer Quelle prüfen konnten, zeigen wir nicht. Manche Erklärungen auf dieser Seite wurden mit Hilfe einer Maschine entworfen und warten noch auf eine sorgfältige Durchsicht durch einen Menschen. Die einfachen Tatsachen darin stammen aus den Quellen oben.

Quellen

  1. Pronk, T., Wiers, R. W., Molenkamp, B., & Murre, J. (2020). Mental chronometry in the pocket? Timing accuracy of web applications on touchscreen and keyboard devices. Behavior Research Methods, 52(3), 1371–1382.doi:10.3758/s13428-019-01321-2
    Four devices from 2015 and 2016: a MacBook Pro, an ASUS laptop, a Samsung Galaxy S7 and an iPhone 6S, pressed by a robot
    Abstract: "In controlled circumstances, as can be realized in a lab setting, very accurate stimulus timing and moderately accurate RT measurements could be achieved on both touchscreen and keyboard devices, though RTs were consistently overestimated." Table 4 "Descriptives of RT overestimations (in milliseconds) per device and browser" (OS, Web Browser, Minimum, Maximum, Mean, SD): "Android Chrome 46.0 103.5 69.8 7.4", "iOS Safari 48.3 96.3 57.6 6.5", "MacOS Safari 93.0 163.7 132.9 8.1", "Windows Chrome 64.7 70.6 68.5 1.7", "Windows Firefox 49.8 84.9 61.9 5.7". (gelesen am 2026-10-06: https://www.ebi.ac.uk/europepmc/webservices/rest/PMC7280355/fullTextXML)
  2. Anwyl-Irvine, A., Dalmaijer, E. S., Hodges, N., & Evershed, J. K. (2021). Realistic precision and accuracy of online experiment platforms, web browsers, and devices. Behavior Research Methods, 53(4), 1407–1425.doi:10.3758/s13428-020-01501-5
    Desktop and laptop computers with Windows 10 and macOS, pressed by a robot; and the equipment of 202,600 online participants
    Abstract: "We then employed a robot actuator in realistic set-ups to measure response recording across the aforementioned platforms, and between different keyboard types (desktop and integrated laptop)." "We found that modern web platforms provide reasonable accuracy and precision for display duration and manual response time". Table 2 "RT delay is calculated as the difference between known and recorded RT." Browser means: "Chrome 78.81", "Edge 80.10", "Firefox 82.30", "Safari 76.50"; device means: "macOS-Desktop 85.35", "Windows-Desktop 76.24", "Windows-Laptop 73.65". Results: "We found that 77% of these devices were desktop or laptop computers, whereas only 20% were mobile devices" "Based on a sample of 202,600 participants." (gelesen am 2026-10-06: https://www.ebi.ac.uk/europepmc/webservices/rest/PMC8367876/fullTextXML)
  3. Woods, D. L., Wyma, J. M., Yund, E. W., Herron, T. J., & Reed, B. (2015). Factors influencing the latency of simple reaction time. Frontiers in Human Neuroscience, 9, 131.doi:10.3389/fnhum.2015.00131
    n = 1.469; Community volunteers in Rotorua, New Zealand, aged 18 to 65 (mean age 45.8, 40% men)
  4. Dhakal, V., Feit, A. M., Kristensson, P. O., & Oulasvirta, A. (2018). Observations on Typing from 136 Million Keystrokes. Proceedings of the 2018 CHI Conference on Human Factors in Computing Systems (CHI '18).doi:10.1145/3173574.3174220
    n = 168.960; Self-selected volunteers from a typing-test site: mean age 24.5, 68% from the US, 85% native English speakers, 72% had taken a typing course
  5. Palin, K., Feit, A. M., Kim, S., Kristensson, P. O., & Oulasvirta, A. (2019). How do People Type on Mobile Devices? Observations from a Study with 37,000 Volunteers. Proceedings of the 21st International Conference on Human-Computer Interaction with Mobile Devices and Services (MobileHCI '19).doi:10.1145/3338286.3340120
    n = 37.370; Volunteers who took an online typing test on a mobile device; most from the US, 56% native English speakers
  6. Brysbaert, M. (2019). How many words do we read per minute? A review and meta-analysis of reading rate. Journal of Memory and Language, 109, 104047.doi:10.1016/j.jml.2019.104047
    n = 18.573; Adults reading English silently, pooled across 190 studies
  7. Gosling, S. D., Rentfrow, P. J., & Swann, W. B., Jr. (2003). A very brief measure of the Big-Five personality domains. Journal of Research in Personality, 37(6), 504–528.doi:10.1016/S0092-6566(03)00046-1
    n = 1.813; Undergraduates at the University of Texas at Austin (65% women), tested for course credit
  8. Miller, G. A. (1956). The magical number seven, plus or minus two: Some limits on our capacity for processing information. Psychological Review, 63(2), 81–97.doi:10.1037/h0043158
    Adults in the laboratory studies the essay reviews
  9. Soukoreff, R. W., & MacKenzie, I. S. (2004). Towards a standard for pointing device evaluation, perspectives on 27 years of Fitts' law research in HCI. International Journal of Human-Computer Studies, 61(6), 751–789.doi:10.1016/j.ijhcs.2004.09.001
    Participants of five published mouse studies from four research groups